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Abfindung nach Kündigung aus Sicht des Arbeitgebers

Wer hat Anspruch auf eine Abfindung? Wann lohnt sich eine Abfindung für den Arbeitgeber und wie hoch sollte diese sein? Alles Wichtige zur Abfindung aus Arbeitgebersicht.

Was ist eine Abfindung?

Die Abfindung bezeichnet eine einmalige außerordentliche Zahlung an den Arbeitnehmer. Diese wird dem Arbeitnehmer zum Ende des Arbeitsverhältnisses gezahlt und dient als Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes und der zukünftigen Lohnzahlungen.

Wer hat Anspruch auf eine Abfindung? Die verschiedenen Arten:

Findet in Unternehmen ein Stellenabbau statt, werden bei Kündigungen oft Abfindungen gezahlt. Es gibt jedoch keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung. Die häufigsten Gründe sind tatsächlich, dass der Arbeitgeber dies freiwillig macht oder nach einer gerichtlichen Entscheidung tun muss.

Dennoch gibt es verschiedene Situationen, bei denen in vielen Fällen eine Abfindung gezahlt wird. In manchen Fällen ist eine Abfindung auch Teil des Arbeitsvertrags, von Sozialplänen oder von Tarifverträgen. Wollen Arbeitgeber einen Arbeitnehmer kündigen, der Sonderkündigungsschutz besitzt (z. B. durch Mitgliedschaft im Betriebsrat), dann stehen dem vielfältige rechtliche Hindernisse im Weg.

Je höher die Abfindung hier ausfällt, desto eher wird der Arbeitnehmer darauf eingehen und mit seinem Einverständnis auch seine gesetzlichen Ansprüche aufgeben. In den folgenden Fällen wird eine Abfindung gezahlt.

#1 Abfindung bei Aufhebungsvertrag

Durch einen Aufhebungsvertrag formulieren Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine gemeinsame Absicht, das Arbeitsverhältnis aufzulösen. Häufig ist eine Abfindung Teil dieses Aufhebungsvertrags. Auch hier gilt jedoch: Eine Abfindung bei einem Aufhebungsvertrag ist nicht verpflichtend.

Bittet der Arbeitnehmer um eine Aufhebung des Arbeitsverhältnisses, weil er zum Beispiel ein anderes Jobangebot vorliegen hat, dann wird in den seltensten Fällen eine Abfindung gezahlt. Schließlich hat der Arbeitgeber dann auch keinerlei Grund dafür.

#2 Abfindung nach einem Vergleich vor dem Arbeitsgericht

In den meisten Fällen schlägt das Gericht den beiden Parteien einen Vergleich vor. Je nach Ausgangssituation kann der Arbeitgeber so das Risiko einer unwirksamen Kündigung aufgrund nicht eingehaltener Kündigungsfrist ausgleichen. Hier muss der Arbeitgeber abwägen, wie hoch eine Abfindung ausfallen sollte, damit der Arbeitnehmer damit zufrieden ist und auf seine Ansprüche verzichtet.

#3 Abfindung nach betriebsbedingter Kündigung

Unter bestimmten Umständen haben (§ 1a KSchG) Arbeitnehmer im Falle einer Kündigung Anspruch auf eine Abfindung. Dies tritt jedoch nur unter der Bedingung ein, dass keine Kündigungsschutzklage erhoben wurde und der Arbeitgeber in der Kündigungserklärung einen eindeutigen Hinweis gegeben hat.

Die Abfindung wird also als Ausgleich für den “Klageverzicht” gezahlt.

#4 Abfindung nach Kündigungsschutzprozess und Auflösungsurteil

§ 9 KSchG bietet die Möglichkeit, das Arbeitsverhältnis gegen die Zahlung einer Abfindung zu beenden. Dies ist oft der Fall, wenn die Kündigung schon vor dem Arbeitsgericht gelandet ist und dieses festgestellt hat, dass die Kündigung ungültig ist.

Da in diesen Fällen die Beziehung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber naturgemäß sehr belastet ist, bietet eine Abfindung eine Möglichkeit, dies für beide Seiten akzeptabel zu beenden. In diesen Konstellationen wird die Höhe der Abfindung durch das Gericht bestimmt.

Wird die Abfindung mit Arbeitslosengeld verrechnet?

Wird eine Abfindung gezahlt und der ehemalige Arbeitnehmer hat Anspruch auf Arbeitslosengeld, so wird die Abfindung nicht darauf angerechnet. Erfolgt eine Sperrzeit, weil das Arbeitsverhältnis durch einen Aufhebungsvertrag früher endet, so wird jedoch nach Beendigung der Anstellung eventuell das Arbeitslosengeld dadurch reduziert.

Wird unabhängig von der Kündigungsfrist eine Entlassungsentschädigung gezahlt, ruht jedoch der Anspruch auf Arbeitslosengeld, da sonst doppelt Geld ausgezahlt werden würde.

Muss eine Abfindung versteuert werden?

Eine Abfindung muss komplett versteuert werden, da sie als außerordentliche Einkunft gewertet wird. Dies gilt für Abfindungen nach Kündigung des Arbeitsverhältnisses seit 2006. Lediglich Sozialversicherungsbeiträge wie Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung müssen darauf nicht angerechnet werden.