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Veröffentlicht am:    Thema: Personal

Social Recruiting: Mit System passende Kandidaten finden

Social Recruiting: Mit System passende Kandidaten finden

Social Media plus Recruiting - zusammen wird daraus Social Recruiting. Dieser Begriff ist Ihnen als Recruiter ganz sicher schon des Öfteren untergekommen. Vielleicht betreiben Sie auch schon Social Recruiting, aber Ihre Kanäle wollen nicht so recht „fliegen“? Wir sagen Ihnen, wie’s funktioniert.

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Was genau ist Social Recruiting? Eine Definition.

Unter Social Recruiting ist das Recruiting über soziale Netzwerke zu verstehen: Facebook, Instagram, Twitter, LinkedIn oder Xing. Der Trend ist noch verhältnismäßig jung. Ernteten Personaler vor wenigen Jahren noch ein müdes Lächeln, wenn sie auch nur in Erwägung zogen, Personal über Social Media zu rekrutieren, hat sich das inzwischen gewandelt. 64,9 Prozent der Unternehmen suchen über soziale Medien nach geeignetem Personal, wie aus der Studie Recruiting Trends 2020 der Universität Bamberg hervorgeht.

Dabei gehen sie ganz offensichtlich immer professioneller vor: „Heute haben vier von zehn und damit knapp doppelt so viele der Top-1.000-Unternehmen eine explizite Strategie für den Einsatz von Social Media in der Personalbeschaffung als noch vor einem Jahr“, heißt es in der Studie.  

„Vier von zehn der Top-1.000 Unternehmen haben eine explizite Strategie für Social Media in der Personalbeschaffung. Ganze 60 Prozent verpassen ihre Chance.“
Infoniqa

Das ist grundsätzlich positiv, bedeutet aber, dass 60 Prozent der Betriebe noch keine Social Recruiting Strategie in petto haben. Doch genau das ist ein grober Fehler. Denn sechs von zehn Kandidaten bewerten es zwar positiv, wenn Unternehmen Social-Media-Anwendungen in der Personalbeschaffung einsetzen. Aber eben nur dann, wenn sie die nötige Professionalität wahren. Ansonsten geht der Schuss nach hinten los.  

Mobiles Arbeiten, mobiles Recruiting

Die neue Einstellung zur remote Arbeit, wie mobiles Arbeiten oder Arbeiten im Home-Office auch genannt wird, dürfte sich auch im Recruiting niederschlagen. Aus zwei Gründen:

Erstens bilden Personaler keine Ausnahme und dürften genauso wie andere Fachbereiche daran interessiert sein, ab und an von zuhause bzw. ortsunabhängig zu arbeiten. Zweitens haben Bewerber in der Hochphase der Pandemie erfahren, dass mobiles Recruiting oder Remote Recruiting bestens funktioniert. Warum also jetzt das Rad wieder zurückdrehen?

Tatsächlich: Viele Unternehmen haben in den vergangenen Wochen über digitale Tools das eigene Recruiting aufrechterhalten. Zum Beispiel ersetzten Videointerviews vielfach Jobinterviews vor Ort. Dafür kamen verschiedene Broadcasting-Apps zum Einsatz: WebEx, Zoom oder Skype etwa.

Den Kandidaten brachte das remote Recruiting so manchen Vorteil und verbesserte die eigene Candidate Experience:

  • Lange Anfahrten zum Vorstellungsgespräch entfielen. Das sparte Zeit.
  • Das Vorstellungsgespräch ließ sich dadurch nahtlos in den eigenen Alltag integrieren.
  • Und: Das Jobinterview fand zuhause in einem vertrauen Umfeld statt. Das vermittelte Sicherheit und nahm Nervosität.

Wie funktioniert Social Recruiting?

Aber wie funktioniert Social Recruiting genau? Grundsätzlich bieten soziale Netzwerke in der Personalbeschaffung eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten. Zum Beispiel eignet sich Social Recruiting, um eine langfristige Bindung zu potenziellen Talenten aufzubauen. Organisationen haben die Möglichkeit, eine kostenlose Unternehmensseite anzulegen, der interessierte Kandidaten folgen können. 

Hier informieren Arbeitgeber nicht nur über offene Stellen, sondern gewähren auch einen Blick hinter die Kulissen. In Form von Bildern, Videos, manchmal auch in Form von Texten aus dem hauseigenen Bewerberblog. Das schafft Nähe. Veröffentlicht ein Unternehmen Inhalte, die viele Nutzer mögen und teilen, lässt sich schnell eine hohe Reichweite erzielen und immer mehr Kandidaten folgen der Organisation. 

Der Erfolg will sich bei Ihnen nicht wirklich einstellen? Vielleicht könnte Ihre Strategie noch ein wenig Feinschliff vertragen. Damit eine Unternehmensseite viele Likes erntet, ist ein abwechslungsreicher Redaktionsplan notwendig und ein Mitarbeiter, der die Kanäle regelmäßig befüllt und professionell mit den Bewerbern kommuniziert. Es ist ganz wichtig, dass Unternehmen Social Recruiting mit der notwendigen Professionalität angehen. Müssen Kandidaten zum Beispiel zu lange auf eine Antwort auf eine Frage warten, beschädigt das das Arbeitgeberimage.

Welche Social Media Kanäle sind für Social Recruiting geeignet?

Bei der bald schon unüberschaubaren Menge an Social-Media-Plattformen sieht man leicht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Dabei haben sich in den letzten Jahren wenige Plattformen ganz klar durchgesetzt: Hier halten sich die meisten User auf, außerdem habenes sich zahlreiche Unternehmen vorgemacht und sich perfekt als Arbeitgeber platziert, um Talente für sich zu gewinnen. 

Für Social Recruiting geeignete Plattformen sind vor allem: 

  • Xing
  • LinkedIn
  • Facebook
  • Instagram
  • (Youtube

Google+ ist längst begraben und zahlreiche andere Kanäle sind schlicht (noch) nicht für Social Recruiting geeignet. 

Diese Social-Media-Kanäle wiederum sind nur mit sehr viel Aufwand und Kreativität für Social Recruiting nutzbar: 

  • Pinterest
  • Snapchat
  • TicToc
  • Twitter

Die Wahl der richtigen Social-Media-Plattformen richtet sich in erster Linie nach der eigenen Zielsetzung. Die Frage ist: Was möchte man erreichen? 

Sucht man „nur“ nach einer Verlängerung der eigenen Unternehmensseite, also möchte sich nur mit seiner Arbeitgebermarke präsentieren und gar kein aktives Recruiting betreiben? 

Möchte man Social Ads schalten und so geeignete Nutzer auf die Karrierechancen beim jeweiligen Arbeitgeber aufmerksam machen?

Oder möchte man auch die Möglichkeit haben, geeignete Kandidaten direkt anzusprechen und den Dialog zu suchen bzw. aktiv zu rekrutieren?

Hat man hier die eigenen Ziele definiert, geht es an die genauere Chancenprüfung der einzelnen Plattformen, um überhaupt eine solide Strategie mit einem entsprechenden Redaktionsplan entwickeln zu können. 

Welche Zielgruppe hält sich auf welchem Social Media Kanal auf?

Doch selbst der ausgefeilteste Redaktionsplan nutzt nichts, wenn sich ein Unternehmen nicht auf dem Kanal bewegt, auf dem sich die eigene Zielgruppe tummelt. Daher ist es das A und O, vorher genau zu eruieren, wen man ansprechen will und welches Netzwerk dafür überhaupt geeignet ist.  

Hier zeigt die Studie Recruiting Trends, dass unterschiedliche Generationen durchaus unterschiedliche Netzwerke besuchen. Hinterfragen Sie also: Sind Sie auf dem richtigen Kanal vertreten? 

Verteilung der Generationen auf Social Media Kanäle

Was ist der Unterschied zu konventionellem Recruiting?

Sind alle Voraussetzungen für ein erfolgreiches Social Recruiting erfüllt, gibt es die Möglichkeit, auf Facebook und Co. bezahlte Stellenanzeigen zu schalten – so genannte Social Job Ads. Und diese unterscheiden sich auf Netzwerken wie Facebook, Twitter und Instagram in einem ganz wesentlichen Punkt von klassischen Stellenanzeigen, wie Sie sie auf Jobportalen, aber auch auf LinkedIn oder Xing schalten können.

Über Facebook, Twitter und Instagram lassen sich nämlich nicht nur die Kandidaten ansprechen, die aktiv auf der Suche nach einer neuen Stelle sind. Es lassen sich auch jene erreichen, die latent wechselwillig sind, sich aber noch nicht nach einem neuen Job umgesehen haben: so genannte passiv suchende Kandidaten.

“Social Recruiting ist perfekt geeignet um Mitarbeiter zu finden, die noch gar nicht wussten, dass sie gefunden werden wollen.”
Infoniqa

Dank eines extrem detaillierten Targeting-Algorithmus lässt sich jede Stellenanzeige sehr gezielt an eine Zielgruppe ausspielen, die exakt über die Skills verfügt, nach denen ein Recruiter sucht.

Der Targeting-Algorithmus unterscheidet auf Facebook, Twitter und Instagram aber nicht, ob sich die jeweilige Person derzeit aktiv nach neuen Jobmöglichkeiten umsieht oder nicht. Es werden also alle Talente angesprochen, die für eine Stelle infrage kommen. Gerade die jüngeren Zielgruppen sind auf den Geschmack gekommen und lassen Arbeitgeber gerne mal auf sich zukommen, anstatt selbst zu suchen. Sie haben längst gelernt, dass sie irgendwann auf die richtige Stellenanzeige im Sozialen Medium ihrer Wahl stoßen.

Bewerbermanagement, das begeistert

Das sind die Vorteile von Social Recruiting

Social Recruiting bringt also eine Menge an Vorteile:

  • Stellenanzeigen lassen sich aufgrund der auf Social Media zur Verfügung gestellten Informationen passgenau ausspielen, so dass garantiert die richtigen Kandidaten erreicht werden können
  • Arbeitgeber erreichen sowohl aktiv suchende als auch passiv suchende Talente
  • Durch Social-Media-Kanäle steigt die schiere Menge an erreichbaren Personen
  • Besonders die junge Zielgruppe ist aufgeschlossen gegenüber Social Recruiting

Hinzu kommt, dass Unternehmen die Erfolge ihrer Aktivitäten detailliert messen können. Dafür sorgt bei professionellen Bewerbermanagementsystemen ein integriertes Dashboard. Auf diese Weise lässt sich die eigene Social Media Strategie sukzessive ausbauen und verbessern.

Wie startet man mit Social Recruiting?

Von diesen Vorteilen können Unternehmen aber nur profitieren, wenn sie beim Aufbau ihrer Social-Media-Kanäle sehr strukturiert vorgehen.

Diese kurze Checkliste hilft Ihnen, die fiesesten Fettnäpfe im Social Recruiting zu umschiffen:

  1. Posten Sie nicht einfach wild drauf los! Eruieren Sie, welche Zielgruppe Sie ansprechen wollen und wofür sich diese interessiert. Stichwort: Zielgruppenanalyse.
  2. Stellen Sie sicher, dass Sie den richtigen Kanal ausgewählt haben, ansonsten kommunizieren Sie an der Zielgruppe vorbei.
  3. Erstellen Sie passgenauen Content und planen Sie diesen in einen abwechslungsreichen Redaktionsplan ein.
  4. Trauen Sie sich reale Einblicke! Kandidaten haben in sozialen Medien klare Erwartungen an Ihre Authentizität, Sprache und Informationstiefe.
  5. Sorgen Sie für genügend Manpower bei der Betreuung Ihrer Social-Media-Kanäle.
  6. Antworten Sie auf Kommentare und Chats sofort (innerhalb von max. 2 Stunden). Wer Fragen unbeantwortet lässt oder zu langsam reagiert, büßt Sympathiepunkte ein.
  7. Analysieren Sie, welcher Ihrer Beiträge die meisten Klicks bzw. Bewerbungserfolge generiert und warum. Leiten Sie daraus eine Vorgehensweise für Ihren weiteren Redaktionsplan aus.
  8. Lassen Sie die Finger von Social Recruiting, wenn Sie diese Punkte nicht erfüllen können.

Vorsicht: Fällt Ihre Social-Media-Strategie nur halbherzig aus, wäre das fataler, als gar nicht auf Social Media vertreten zu sein.

Denn ob eine Arbeitgebermarke mitreißt, menschlich ist und aktiv gelebt wird, spüren Kandidaten sehr schnell. Daher: Social Recruiting bietet viele Chancen! Nutzen Sie sie mit Bedacht – aber: Nutzen Sie sie!

Wie ist das bei Ihnen? Haben Sie schon Erfahrung mit Social Recruiting gemacht? Gibt es Kniffe, die wir hier noch nicht genannt haben? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar!

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