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Veröffentlicht am:    Thema: Personal

So teuer kommt es Unternehmen, Mitarbeitermotivation zu unterschätzen

So teuer kommt es Unternehmen, Mitarbeitermotivation zu unterschätzen

Was ist der Unterschied zwischen erfolgreichen und erfolglosen Unternehmen? Erfolgreiche Unternehmen verfügen über die wichtigste und wertvollste Ressource: bis unter die Haarspitzen engagierte Mitarbeiter.

Engagierte Mitarbeiter sind das höchste Gut

Eigentlich ist die Rechnung ganz einfach: Arbeitgeber, die über Mitarbeiter verfügen, die regelrecht für sie brennen, bringen deutlich mehr Innovationen hervor als Player, bei denen Arbeitnehmer lediglich Dienst nach Vorschrift machen.

„69% der Arbeitnehmer machen Dienst nach Vorschrift.“
Infoniqa

Denn motivierte Arbeitnehmer schauen eher über den Tellerrand hinaus, weil sie mit ganzem Herzen bei der Sache sind. Sie scheuen sich auch nicht, hier und da mal ein Stündchen dranzuhängen, wenn es die Umstände erfordern oder wenn sie schlicht im Flow sind. All das mündet in besseren Leistungen und Ergebnissen. Und das beste: Begeisterung und Motivation können ansteckend sein und sich positiv auf das ganze Team auswirken.

Daher sollten Unternehmen das Engagement ihrer Mitarbeiter eigentlich an höchster Stelle ansiedeln. Das tun sie aber nicht, wie aus dem jährlichen Gallup Engagement Index des gleichnamigen Instituts hervorgeht. Diesem zufolge haben fast sechs Millionen Arbeitnehmer in Deutschland (16 Prozent) innerlich gekündigt. Die meisten Arbeitnehmer (69 Prozent) verrichteten derweil Dienst nach Vorschrift (25,59 Millionen). Und gerade einmal 15 Prozent der Arbeitnehmer haben eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber. 

“Demotivierte Mitarbeiter kosten die Wirtschaft rund 122 Milliarden Euro.”
Infoniqa

Mangelnde Motivation und mangelndes Innovationsinteresse seitens der Mitarbeiter verursachen Jahr für Jahr einen messbaren volkswirtschaftlichen Schaden. Das Gallup-Institut geht davon aus, dass dieser bis zu 122 Milliarden Euro beträgt. „Oft sind unter diesen Mitarbeitern viele fähige Personen, die man nicht verlieren möchte – zum Beispiel Talente, Leistungsträger oder Fachexperten“, sagt Gallup-Experte Marco Nink. „Innere Kündigung ist immer das Ergebnis schlechter Führung und im Unternehmen ein hausgemachtes Problem.“  

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Wie kann man das Mitarbeiterengagement erhöhen?

Doch wie lässt sich das Mitarbeiterengagement durch gute Führung nachhaltig steigern? Zum Beispiel, indem ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern genügend Raum gibt, Ideen einzubringen statt immer nur nach dem gleichen Schema F zu arbeiten. Hierfür bedarf es der Möglichkeit, dass Arbeitnehmer auch mal experimentieren können. So entstehen neue Ideen, mit denen sich die Mitarbeiter in höchstem Maß identifizieren können - sie stammen ja schließlich von ihnen.

Was Mitarbeitern außerdem wichtig ist: Eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die berühmte Work-Life-Balance also. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, Lösungen für flexible Arbeitszeiten zu etablieren und auch dem Thema Home-Office aufgeschlossen gegenüber zu stehen. Fördern können Unternehmen die Work-Life-Balance Ihrer Mitarbeiter aber nicht nur durch das Schaffen der richtigen Rahmenbedingungen, sondern zum Beispiel auch durch ein Kompetenztraining in Sachen Zeitmanagement und Stressbewältigung im Rahmen der Personalentwicklung.

Förderung der Work Life Balance

Wer als Arbeitgeber in diesem Zusammenhang über ein digitales Seminarmanagement verfügt, kann seinen Arbeitnehmern den Zugang zu zig Weiterbildungsangeboten per Knopfdruck ermöglichen. Das Prinzip: Mitarbeiter suchen sich selbst ihr Wunschseminar aus, beantragen die Teilnahme und Führungskräfte müssen nur noch den Freigabebutton klicken. Das vereinfacht die Planung, Durchführung und Auswertung von Seminaren auch in großen Unternehmen. Oder die Mitarbeiter wählen gleich aus einem kostenfreien Pool an eLearning Angeboten und bilden sich im eigenen Tempo fort.

“Für 80-90 % der Kandidaten sind Work-Life-Balance und ein gutes Arbeitsklima enorm wichtig. Doch nur rund 50 % der Unternehmen bedienen diesen Wunsch erfolgreich.“
Infoniqa

Unterm Strich sollten Arbeitgeber das Thema Work Life Balance auf keinen Fall unterschätzen: Laut der Studie Recruiting Trends 2020 der Universität Bamberg sagen acht von zehn Kandidaten, dass die Work-Life-Balance für sie einen hohen Stellenwert hat. Die überwältigende Mehrheit also. Noch wichtiger als eine gute Work-Life-Balance ist allerdings ein gutes Arbeitsklima. Fast neun von zehn Kandidaten legen darauf größten Wert.

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Arbeitnehmer und Arbeitgeber reden aneinander vorbei

Allerdings haben Unternehmen in beiden Bereichen Nachholbedarf, finden Kandidaten. In der Studie “Recruitinig Trends 2020” heißt es dazu: „Nur etwas mehr als die Hälfte der Kandidaten findet das Arbeitsklima im eigenen Unternehmen gut. Und weniger als die Hälfte gibt an, dass die Work-Life-Balance in ihrem Unternehmen einen hohen Stellenwert besitzt.“ 

Kurios ist allerdings, dass Unternehmen das genau anders herum sehen. So geben jeweils neun von zehn Unternehmen an, „dass in ihrer Firma viel Wert auf ein gutes Arbeitsklima gelegt wird und es auch tatsächlich gut ist – genauso viele Unternehmen sagen (...), dass die Work­Life­Balance ihrer Mitarbeiter (...) einen hohen Stellenwert genießt“. Die Forscher der Universität Bamberg kommen daher zu dem Schluss: „Unternehmen sollten darauf achten, dass ihre Ansichten von guter Work-Life-Balance und gutem Arbeitsklima auch tatsächlich den Ansichten ihrer Mitarbeiter entsprechen.“

Der Rat kommt nicht von ungefähr. Immerhin gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Zufriedenheit der eigenen Mitarbeiter zu messen. Ein bewährtes Mittel sind zum Beispiel Zufriedenheitsumfragen. Hier können Mitarbeiter anonym bewerten, was gut und was weniger gut im Unternehmen läuft und Verbesserungsvorschläge äußern. 

Hieraus lassen sich passgenaue Maßnahmen ableiten. Sind diese implementiert, dürfte der Innovationsindex im eigenen Unternehmen spürbar in die Höhe steigen. Zufriedene und motivierte Mitarbeiter sind nun einmal das Herzstück eines Unternehmens. Nun muss es HR nur noch gelingen, ihren Stellenwert in der Organisation wieder an den rechten Platz zu rücken: Nämlich nach ganz oben.  

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