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Veröffentlicht am:    Thema: Trends & HR-Markt

Bewerber als Umworbene: Wie sich das Recruiting verändert

Bewerber als Umworbene: Wie sich das Recruiting verändert

Die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt haben sich geändert: Wer bewirbt sich bei wem?

Heute bewerben sich Arbeitgeber bei Bewerbern, nicht mehr umgekehrt. Infolge des Fachkräftemangels haben sich die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt in ihr Gegenteil verkehrt: Bewerber sind rar, rarer am rarsten. Vorbei die Zeiten, in denen Recruiter aus den Vollen schöpfen und Talente frei aussuchen konnten. Wir verraten, welche Möglichkeiten Arbeitgeber dennoch haben, dem War for Talents die Stirn zu bieten.

Der Fachkräftemangel: kein kleines Problem

Gehen den deutschen Unternehmen bald die klugen Köpfe aus? Aktuelle Studien legen das nahe. Laut des Arbeitsmarktreports 2018 des Deutschen Industrie- und Handelskammertags fürchten 60 Prozent der Betriebe den Fachkräftemangel und sehen darin ihr Geschäftsrisiko Nummer eins.

In manchen Branchen wie der IT oder im Handwerk sind die Personalengpässe bereits so ausgeprägt, dass sie die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft vieler Organisationen gefährden. In einer aktuellen Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln gab knapp die Hälfte der Unternehmen an, dass fehlende Fachkräfte die Produktion hemmen.

Gründe für den Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel geht auf verschiedene Ursachen zurück. Er ist unter anderem ein regionales Problem und betrifft besonders die strukturschwachen Regionen. Viele junge Leute zieht es in Großstädte wie München, Berlin oder Hamburg. Deswegen grassiert der War for Talents vor allem in ländlichen Gebieten.

Da sind aber auch Faktoren wie der demographische Wandel und die zunehmende Überalterung der Gesellschaft, die für Probleme sorgen. In den nächsten Jahren gehen immer mehr Arbeitskräfte in Rente – doch es gibt zu wenig Nachwuchs am Arbeitsmarkt, der die entstehenden Lücken kompensiert. Spätestens, wenn die Generation der Babyboomer in Rente geht, kippt der Arbeitsmarkt massiv, warnt das IW-Köln.

DerStatus Quo: Wie schlimm kann es noch werden?

Schon in naher Zukunft könnte sich der Talentengpass zu einem echten Risiko für die deutsche Wirtschaft entwickeln. Das Beratungsunternehmen Prognos sagt voraus: Bis 2030 fehlen rund drei Millionen Fachkräfte. 2040 könnten es schon 3,3 Millionen sein. Es steht außer Frage: Eine Lücke dieses Ausmaßes würde die deutsche Wirtschaft lahmlegen.

Aber es gibt auch Auswege. Die Anwerbung ausländischer Fachkräfte ist einer davon. Das „schnellste Mittel“ zur Bekämpfung der Fachkräftelücke wäre aus Sicht von Prognos-Chef Christian Böllhoff aber, Mütter bei ihrem Wunsch nach Erwerbstätigkeit zu unterstützen. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen müssten dazu stärker als bisher auf neue Arbeitsmodelle setzen und zum Beispiel vollzeitnahe Tätigkeiten für Frauen in Kombination mit Homeoffice anbieten. Auch der Ausbau der Kinderbetreuung wäre essentiell.

Wie wirkt sich das heute auf die Recruiting-Situation aus?

 Gleichzeitig müssen Unternehmen bei der Rekrutierung der Fachkräfte neue Wege einschlagen. Alles muss ein bisschen schneller und effizienter gehen. Denn viele Bewerber springen ab, wenn sich Prozesse über Wochen und Monate hinziehen. Arbeitgeber vergeben damit wichtige Recruiting-Potenziale.

Intelligente Bewerbermanagementsysteme sind der Schlüssel zum Recruiting-Erfolg, wie die große HR-Software-Vergleichsstudie 2018 des Vergleichsportals HR-Software-Vergleich belegt. Dieser zufolge geht die Mehrheit (80 Prozent) der Befragten davon aus, dass eine HR-Software künftig in zunehmendem Maße zum Unternehmenserfolg beitragen wird. Vor allem für ihr Bewerbermanagement wünschen Personalverantwortliche mehr digitale Unterstützung. Das gaben 84 Prozent der Teilnehmer an.

Was Bewerbermanagementsysteme können

Kein Wunder! Denn Bewerbermanagementsysteme sind wahre Powertools. Bewerbern kredenzen sie auf der einen Seite eine optimale Candidate Journey – dank effizienteren und transparenteren Abläufen mit Statusupdates und einfacheren Möglichkeiten, sich bei einem Arbeitgeber zu bewerben. Per One-Click-Bewerbung zum Beispiel: Der Bewerber importiert einfach sein Profil aus einem Businessnetzwerk mit einem Klick in das Bewerbermanagementsystem eines Unternehmens und schon kann die Bewerbung abgeschickt werden.  

Unternehmen sichern sich auf der anderen Seite mit den Tools die besten Fachkräfte mit geringem Aufwand – denn die Softwarelösungen unterstützen Recruiter mit Funktionen, bei denen im Hintergrund vieles automatisch abläuft. So können Stellenanzeigen dank Multiposting auf vielen Jobbörsen gleichzeitig veröffentlicht werden. CV-Parsing, Matching-, Ranking- und Erinnerungsfunktionen erleichtern die Bewerberverwaltung und auf Knopfdruck lässt sich analysieren, wie gut ein Bewerber zu einer Vakanz passt.

Ein professionelles Recruiting wird in den nächsten Jahren unabkömmlich werden: Bereits 2016 zeigte eine Studie des Portals Indeed, dass Bewerber mehr Wertschätzung erfahren wollen. Dazu gehört, nicht wochenlang auf eine Rückmeldung oder gar Absage zu warten. Fast jeder vierte Bewerber hat schon einmal eine Stelle ausgeschlagen, wenn das Recruiting unrund lief. Das sollte zu denken geben! In Zukunft werden es sich Firmen nicht mehr leisten können, Bewerber durch ein fehleranfälliges, unübersichtliches manuelles Recruiting zu vergraulen.

Der Fachkräftemangel verändert somit nicht nur den Bewerbermarkt, sondern auch die Personalabteilungen. Machen Sie das Beste daraus!

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