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Veröffentlicht am:    Thema: Trends & HR-Markt

Agenturfeeling, Stresskiller oder New-Work-Quatsch? Tiere im Unternehmen

Tiere im Unternehmen: Chancen & Risiken | Infoniqa HR-Blog

Was für die einen ein Work-Life-Benefit sondergleichen ist, erachten die anderen als unnötige Nervenstrapaze. Aber was hat es auf sich mit Tieren in Unternehmen? Wir beleuchten das flauschige Phänomen, das in immer mehr Büros zum Alltag gehört.

Der Stress in der Arbeitswelt nimmt zu. Alles ist schnelllebiger geworden und viele Aufgaben, für die früher mehrere Mitarbeiter verantwortlich waren, werden heute von einem Arbeitnehmer in Personalunion bearbeitet. Was tun gegen den wachsenden Druck am Arbeitsplatz? Wir nennen Ihnen gute Gründe, warum Sie als Arbeitgeber in diesem Fall über ein Haustier im Büro nachdenken sollten.

Inhalt:

  1. Warum Unternehmen auf den Hund kommen
  2. Nachteile von Tieren im Unternehmen
  3. Checkliste: Was ist bei einem Tier im Unternehmen zu beachten?
  4. Tiere im Büro: Gut für die Employer Brand
Tiere im Unternehmen: Chancen & Risiken | Infoniqa HR-Blog

Immer mehr Unternehmen setzen auf tierische Begleiter am Arbeitsplatz - allen voran sind immer häufiger Hunde nicht nur erlaubt, sondern sogar explizit erwünscht. Denn die positive Wirkung von Tieren am Arbeitsplatz ist wissenschaftlich belegt. Eine Studie der Virginia Commonwealth University wies schon im Jahr 2012 die positiven Effekte von Tieren am Arbeitsplatz nach.

Und zwar sowohl auf ihre Besitzer als auch auf deren Kollegen. Die US-Wissenschaftler stellten zum Beispiel fest, dass insbesondere Hunde am Arbeitsplatz das Stresslevel senken. Gleichzeitig führte die Anwesenheit von Hunden oder anderen Vierbeinern auch bei den Kollegen zu einer gesteigerten Zufriedenheit am Arbeitsplatz.

Warum Vierbeiner gut für das Arbeitsklima sind

Die Studie liefert gleich mehrere mögliche Gründe, warum Vierbeiner am Arbeitsplatz die Work-Life-Balance verbessern:

  1. Die Kommunikation der Mitarbeiter untereinander verbessert sich. Die Kollegen ohne Hund fragen die Besitzer etwa, ob sie den Hund in der Mittagspause Gassi führen können. Zurück am Arbeitsplatz kommen sie wiederum ins Gespräch.
  2. Manche gehen auch zusammen vor die Tür und lernen sich durch den Hund von einer neuen, emotional zugänglicheren Seite außerhalb des Büroalltags kennen.
  3. Regelmäßige Spaziergänge tragen dazu bei, dass Mitarbeitende ihre Pausen an der frischen Luft verbringen, sich bewegen und einen echten Erholungsfaktor haben.
  4. Der frische Sauerstoff im Blut wirkt wie ein Energiebooster. Mitarbeiter fühlen sich danach fit und erfrischt und bessere Ideen kommen zustande.

Es gibt noch mehr Vorteile, die von Forschern mit Tieren im Unternehmen in Verbindung gebracht werden:

Vielleicht haben Sie selbst schon einmal festgestellt, was für eine beruhigende Wirkung es haben kann, eine Fellnase zu streicheln. Das senkt den Blutdruck und sorgt für Ruhe und Entspannung. Der Effekt am Arbeitsplatz: Die Stimmung ist weniger gereizt und es kommt seltener zu Konflikten. Das kann sogar dazu führen, dass sich krankheitsbedingte Ausfallzeiten verringern.

So trägt Personalmanagement zur Mitarbeiterbindung bei

Allerdings gibt es auch einen entscheidenden Nachteil, der mit Tieren im Unternehmen einhergehen kann: Für Allergiker ist ein Bürohund oder eine Bürokatze das genaue Gegenteil von Entspannung. Wenn ein Kollege ständig mit Schniefnase und tränenden Augen im Büro sitzt, weil er wegen des Vierbeiners einen Dauerallergieschub erleidet, ist das Gift für das Klima. Denn an dem Tier im Unternehmen entzünden sich unweigerlich Konflikte.

Ungünstig ist es natürlich auch, wenn einzelne Mitarbeitende Angst vor der jeweiligen Tiergattung haben. Außerdem steht und fällt der Frieden im Büro mit der Erziehung des jeweiligen Tieres. Gibt das mitgebrachte Tier andauernd Geräusche von sich, ist aufdringlich oder rast unstet durchs Büro, ist es um die Konzentration der Kollegen geschehen. Es kommen also nur friedliche, saubere und gut erzogene Tiere als vierbeinige Kollegen infrage.

Entsprechend muss das Für und Wider bei der Entscheidung über ein Tier im Büro gut abgewogen werden. Einen rechtlichen Anspruch, ihren pelzigen Freund mit an den Arbeitsplatz zu bringen, haben Arbeitnehmer in Deutschland übrigens nicht. Grundsätzlich muss der Arbeitnehmer den Arbeitgeber vorher um Erlaubnis fragen. Übergeht er die Erlaubnis, riskiert der Arbeitnehmer eine Abmahnung. In Wiederholungsfällen kann es sogar auf eine verhaltensbedingte Kündigung hinauslaufen.

Unternehmen sollten daher unbedingt die folgenden Punkte bei der Entscheidung über Hunde, Katzen oder andere Tiere im Unternehmen berücksichtigen:

  • Alle Kollegen sollten hinter der Entscheidung stehen.
  • Der Hund sollte erstmal probeweise mitgebracht werden, um zu sehen, ob es mit der Zusammenarbeit zwischen Vierbeiner und Mensch klappt.
  • Es sollte sichergestellt werden, dass sich Hund, Katze, Maus im Büro wohlfühlt und angemessen betreut werden kann – auf keinen Fall dürfen Tiere im Büro leiden.
  • Es sollte feste Regeln im Umgang mit dem Tier im Büro geben. Zum Beispiel sollten alle Mitarbeiter einem Hund auf die gleiche Weise begegnen und ihm die gleichen Befehle geben.
  • Das Tier sollte optimal sozialisiert sein und keine Angst vor einem bestimmten Typ Mensch haben.

Tiere im Büro: Gut für die Employer Brand

Wer diese Checkliste abhakt, wird mit einem Hunde- oder Katzen-Büro viel Freude haben und tut seiner Arbeitgebermarke Gutes. Im Employer Branding kann die Duldung eines Tieres am Arbeitsplatz nämlich durchaus ein Unterscheidungsmerkmal sein. Demnach bewerben sich zum Beispiel Arbeitssuchende mit einem Hund vorzugsweise bei Unternehmen, bei denen sie auch Hunde zur Arbeit mitbringen können - und wo die Vierbeiner auch willkommen sind.

Kein Wunder, dass Arbeitgeber die Vorzüge eines Tiers im Unternehmen zunehmend schätzen. So bezeichnet sich zum Beispiel Google gerne selbst als „Dog Company“ und führt aus: „Die Zuneigung für unsere hündischen Freunde ist ein integraler Bestandteil unserer Unternehmenskultur.“

Amazon hält’s ähnlich. Mehr als 6.000 Hunde zählen zu den regelmäßigen Besuchern des Hauptquartiers in Seattle. Man schätze den Spaß und die Dynamik, die sie in den Arbeitsalltag brächten, erklärt der Konzern. In diesem Sinne bleibt nur noch eines zu sagen: Vierbeiner im Büro sorgen definitiv für einen Wau-Effekt.

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