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Veröffentlicht am:    Thema: Personal

One-Click-Bewerbung: Recruiting mit einem Mausklick

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Ob Online-Shopping, Banking oder Dating – in so ziemlich jeden Lebensbereich liegt zwischen Userbedürfnis und Umsetzung nur ein Klick. Nur in der Personalbeschaffung ist die One-Click Bewerbung noch nicht vollends angekommen.

Was ist eine One-Click Bewerbung?

Das Prinzip der One-Click-Bewerbung: Nachdem sich ein Talent auf seinem Smartphone über eine Vakanz informiert hat, tippt es auf den Bewerben-Button in einer Stellenanzeige. 

Mit diesem Fingertipp wandern die Daten seines Profils bei Xing oder LinkedIN in das Bewerbermanagement-System des Wunscharbeitgebers. Alternativ lässt sich auch ein CV im PDF-Format hochladen. 

Das Unternehmen erhält innerhalb von Sekunden Name, Adresse, Kontaktdaten, die wichtigsten beruflichen Stationen und Qualifikationen eines Talents - alles fein säuberlich sortiert. Fertig ist die One-Click-Bewerbung. 

Der Unterschied zu anderen Bewerbungsarten

Damit unterscheidet sich die One-Click-Bewerbung in zwei wesentlichen Punkten von anderen Bewerbungsformen: Tempo und Mobilität. Für Bewerber ist die One-Click-Bewerbung zwar mit dem Mindestaufwand verbunden, das eigene LinkedIn- oder Xing-Profil aktuell zu halten, das war’s aber auch schon.

Weder müssen Talente lange über den Inhalten einer E-Mail-Bewerbung brüten, oder teilweise sehr lange Bewerbungsformulare ausfüllen. Auch der Entwurf eines Anschreibens entfällt. 

Das macht den Bewerbungsprozess nicht nur erheblich schneller, sondern auch attraktiver für mobile Bewerber. Für diese ist es nämlich fast ein Ding der Unmöglichkeit, Bewerbungsformulare auf dem kleinen Display ihres Smartphones fehlerfrei und ausführlich genug auszufüllen. Von der Zusammenstellung einer E-Mail-Bewerbung einmal ganz zu schweigen. 

Zu komplizierte Bewerbungsprozesse: Unternehmen verprellen Bewerber

Die „Mobile Recruiting Studie 2017“ des Portals meinestadt.de in Zusammenarbeit mit der Hochschule RheinMain zeigt, dass Unternehmen damit fast jeden zweiten Bewerber verprellen. Vor allem, wer im Kampf um die besten Talente aus der Generation Internet nicht den Kürzeren ziehen will, sollte dringend auf das veränderte Nutzungsverhalten der Bewerber reagieren. 

Denn wer sich per Swipe einen neuen Partner aussucht, Urlaube mit einem Klick bucht, rund um die Uhr chattet, liked und ganz selbstverständlich so ziemlich alles mit dem Smartphone macht, will für eine Bewerbung nicht an den Laptop wechseln müssen, wenn es auch anders geht. Durch Apps, Anwendungen und Technologien aus anderen Bereichen ist die Generation gewöhnt, dass alles immer sofort funktioniert: Auf einem Gerät und im besten Fall mit einem Knopfdruck. 

One-Click-Bewerbung: die Genese

Immerhin haben die meisten Personaler aber inzwischen die Zeichen der Zeit erkannt. Nur eine Minderheit (6,9 Prozent) geht davon aus, dass die mobile Bewerbung ein vorübergehender Hype ist. 

Das wirft allerdings die Frage auf, warum HR-Abteilungen nicht schon viel früher die entsprechenden Weichen gestellt haben? Denn die One-Click-Bewerbung ist alles andere als ein neues Phänomen. In Expertenkreisen wird seit mindestens fünf Jahren ernsthaft darüber diskutiert. 

Schon in der Zeit, als die E-Mail-Bewerbung und dann die Formularbewerbung den postalischen Versand von CV, Anschreiben, Arbeitsproben und Zeugnissen abgelöst hatten, war die One-Click-Bewerbung ein Thema. Auch die dazugehörige Technik gab es bereits. 

Ist die One-Click-Bewerbung auf dem Vormarsch? Warum?

Doch lange wurde sie ignoriert. Noch 2016 befürchteten sieben von zehn der Top 1.000 Unternehmen, dass die One-Click-Bewerbung die Bewerberselektion wegen der fehlenden Individualität erschweren könnte. Das ist das Ergebnis der Studie Recruiting Trends 2016 der Universität Bamberg in Kooperation mit dem Karriereportal Monster. 

Auch ging mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen davon aus, dass aus der One-Click-Bewerbung eine Bewerbungsflut resultieren könnte (61,0 Prozent), die nicht beherrschbar ist. Wie das mit den schon damals immer lauter werdenden Klagen über den Fachkräftemangel zusammenpasst? Fraglich!

Inzwischen, ein Jahr später, hat sich das Blatt etwas gewendet. Knapp jedes zehnte Unternehmen bietet laut der aktuellsten Erhebungen der Wissenschaftler aus Bamberg bereits eine One-Click-Bewerbung an und weitere 17,9 Prozent haben vor, dies in Zukunft zu tun.

Wie läuft die Einführung der One-Click-Bewerbung ab?

Soweit, so gut! Aber wie können Unternehmen die One-Click-Bewerbung im eigenen Haus implementieren? Dafür gibt es inzwischen sehr gut funktionierende Komplettanbieter-Lösungen, die das neue Bewerbungsverfahren als Standardfunktion innerhalb ihres Bewerbermanagement-Systems anbieten. 

Besonders bequem geht es, wenn sich Anwenderunternehmen für eine Web-HR-Software entscheiden. Dann wird das Bewerbermanagement-System via Schnittstelle an die hauseigene IT-Infrastruktur gekoppelt. Das System selbst liegt nicht auf den Servern des Unternehmens, sondern im Sicherheitsrechenzentrum des Lösungsanbieters. Die Datenübertragung und der Zugriff auf die einzelnen Funktionen erfolgen über eine sichere verschlüsselte Verbindung zwischen Client und Server. 

Das anwendende Unternehmen kann sich jederzeit sicher sein, dass die Daten bei dem externen Dienstleister gesetzeskonform gehostet werden, wenn dieser beispielsweise mit detaillierten Benutzerkennwortregelungen, einem umfangreichen Sichtrechtekonzept sowie einer Zufgriffsprotokollierung für die Einhaltung der vorgeschriebenen Compliance-Regeln sorgt.   

Was sind falsche Erwartungshaltungen, die man mit One-Click-Bewerbungen verknüpfen könnte? 

Die Implementierung der One-Click-Bewerbung ist aber nur die eine Seite der Medaille, die andere ist die Anwendung seitens des Recruiters. Dieser muss sich bei einer One-Click-Bewerbung auf eine neue Form der Bewerbung und eine völlig neue Vorgehensweise einstellen. 

Denn aus der traditionellen Sicht erhalten Unternehmen mit dieser Methode zunächst nur „unvollständige Bewerbungsunterlagen“. Es fehlen Anschreiben, Zeugnisse und Arbeitsproben. Stattdessen gibt es erstmal „nur“ einen Einblick in den Lebenslauf eines Kandidaten. 

Insofern ist die One-Click-Bewerbung eher als eine ausführliche Visitenkarte anzusehen, die einem Arbeitgeber übermittelt wird. Ein erster Lead, dem er nachgehen kann. Wer das nicht akzeptiert und entsprechend handelt, stößt schnell an die Grenzen des Verfahrens. 

Wer sich als Arbeitgeber auf die agile One-Click Beispiel einlässt, sollte das temporeichere Verfahren zum Beispiel auch in seinem kompletten Bewerbungsprozess abbilden. Unternehmen, die sich nach Bewerbungseingang zwei Monate für die Einladung zum Bewerbungsgespräch Zeit lassen, hinterlassen zwangsläufig enttäuschte Bewerber, die aufgrund der schnellen One-Click-Bewerbung auch eine schnelle Rückmeldung erwarten. Das Risiko, dass sich diese zwischenzeitlich anderweitig orientiert haben, ist groß. Chance vertan! 

One-Click-Bewerbungen: Was Bewerber beachten müssen

Für den Bewerber ist die One-Click-Bewerbung die Chance, schnell erstes Interesse an einer Vakanz zu bekunden. Der Recruiter kann den Ball aufgreifen und per E-Mail den weiteren Kontakt anbahnen und die noch fehlenden Unterlagen zur Prüfung anfordern. 

Aber natürlich müssen auch Bewerber bestimmte Regeln einhalten. Wichtig ist, dass Personaler aus den Profildaten relevante Schlussfolgerungen ableiten können. Das setzt ein ordentliches Profilfoto voraus und eine vollständige Auflistung der bisherigen Karriere- und Ausbildungsstationen. Ebenso wenig sollten auch Fortbildungen, Workshops, Zertifikatslehrgänge unter den Tisch fallen. Dann klappt’s auch mit dem gegenseitigen Kennenlernen.

Ein wichtiges weiteres Element dabei ist übrigens die Social-Media-Integration: Immer mehr Bewerber kommen aus dem Social Web und erwarten, von dort aus direkt und ohne Umschweife eine Bewerbung für die nächste Karrierechance abschicken zu können. Und das idealerweise ganz ohne Anschreiben ... Aber dazu ein anderes Mal mehr!

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