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Veröffentlicht am:    Thema: Personalentwicklung & Motivation

Mitarbeitermotivation: Definition, Methoden und Beispiele

So teuer kommt es Unternehmen, Mitarbeitermotivation zu unterschätzen

Motivierte Mitarbeiter sind in der Regel leistungsfähiger, seltener krank und steigern die Produktivität des gesamten Unternehmens. Daher ist die Mitarbeitermotivation eine wichtige Stellschraube in jedem Unternehmen. In vielen Branchen wird es zunehmend schwieriger, geeignete Fachkräfte für die jeweiligen Arbeitsplätze zu finden.

Umso wichtiger ist es für den langfristigen Erfolg, die eigenen Angestellten an das Unternehmen zu binden und auf Dauer zu motivieren. Dafür bedarf es neuer Konzepte, denn gerade jüngere Menschen geben sich als Arbeitnehmer mit den üblichen Maßnahmen immer öfter nicht mehr zufrieden und es leidet die Mitarbeitermotivation.

Definition Mitarbeitermotivation

Der Begriff Mitarbeitermotivation bezeichnet die Einflussnahme der Führungskräfte auf die einzelnen Mitarbeiter mit dem Ziel, das aktuelle Leistungsniveau zu halten, zu steigern oder grundlegend zu verändern.

Üblicherweise wird mit Mitarbeitermotivation auch die Stimmungslage innerhalb der Belegschaft gemeint. Die Motivation ist dabei ein Gefühl, was Menschen indirekt beeinflusst und über den Arbeitstag begleitet, ohne dass sie dies bewusst wahrnehmen. Für den Arbeitgeber bedeutet dies, dass Maßnahmen ergriffen werden sollten, um die Einstellung der Mitarbeiter positiv zu beeinflussen, da dies direkten Einfluss auf die Arbeitsleistung haben sollte.

Arten der Mitarbeitermotivation:

Intrinsische Mitarbeitermotivation

Bei dieser Art der Mitarbeitermotivation kommt die Motivation für hohe Leistungen vom Mitarbeiter selbst. Dieser Effekt wird unterstützt, wenn Arbeitnehmer den Sinn ihrer Arbeit wahrnehmen und Spaß an ihren Aufgaben entwickeln. Auch persönliche Weiterentwicklung und tägliche Herausforderungen wirken sich auf die intrinsische Motivation positiv aus.

Es liegt in der Verantwortung der Führungskräfte, die intrinsische Motivation von Mitarbeitern mit den zum Persönlichkeitsprofil passenden Anerkennungen aufrecht zu erhalten. Dies kann unter anderem durch die Gestaltung des Arbeitsplatzes, aktives Einbinden der Mitarbeiter in unternehmerische Entscheidungen oder die Übertragung der Verantwortung zur Erreichung bestimmter Ziele erfolgen.

Extrinsische Mitarbeitermotivation

Dies bezeichnet die Motivation, welche durch einen äußeren Anreiz ausgelöst wird. Grund für die gesteigerte Motivation kann zum Beispiel der Wunsch nach einer Gehaltserhöhung, Möglichkeiten zu Weiterbildungen oder ein anstehendes Personalgespräch sein.

Auch drohende negative Konsequenzen können sich letztlich positiv auf die Mitarbeitermotivation auswirken, beispielsweise die Androhung von Sanktionen, Kündigung oder ähnlichen Folgen.

Die monetären Instrumente der extrinsischen Mitarbeitermotivation wirken jedoch oft nur kurzfristig motivierend auf Mitarbeiter.

Mitarbeitermotivation als wirtschaftlicher Faktor

Mangelnde Mitarbeitermotivation hat zunächst direkt negative Folgen für das jeweilige Unternehmen, kann sich insgesamt aber sogar auch auf die gesamte Volkswirtschaft auswirken. Unmotivierte Mitarbeiter sind weniger leistungsfähig und entwickeln kaum Eigeninitiative, was sich hemmend auf die Innovationsfähigkeit des Unternehmens auswirkt. Studien wie der Gallup Engagement Index belegen, dass eine große Zahl an Arbeitnehmern im Inneren bereits mit ihrer aktuellen Stelle abgeschlossen haben und daher oft nur die nötigste Leistung erbringen.

So geht den einzelnen Unternehmen jährlich Umsatz verloren, schlicht, weil Mitarbeiter weniger leisten, als sie könnten. Dieser Effekt wird oft unterschätzt, ist er doch schwer in Zahlen zu fassen. Der Unterschied der Arbeitsleistung zwischen einem top-motivierten Mitarbeiter und einem desinteressierten Mitarbeiter kann durchaus sehr groß ausfallen, ist jedoch objektiv kaum messbar.

Zusätzlich sind unmotivierte Arbeitnehmer im Schnitt mehrere Tage länger pro Jahr krank als motivierte Kollegen und kosten das Unternehmen so zusätzlich.

Auch Entwicklungen wie die Corona-Pandemie haben dazu beigetragen, dass sich Arbeitnehmer immer weniger mit ihren Arbeitgebern identifizieren. Im Homeoffice nimmt der persönliche Kontakt zum Team und zu den Vorgesetzten ab und Arbeitgeber werden austauschbarer. So wird der Arbeitsmarkt agiler und flexibler und verwandelt sich in vielen Bereichen immer mehr in einen Arbeitnehmermarkt, in dem Arbeitnehmer die Bedingungen bestimmen.

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Mitarbeitermotivation steigern: Diese Maßnahmen gibt es

Zusätzlich zu der Einteilung in Maßnahmen zur intrinsischen und extrinsischen Mitarbeitermotivation können diese auch noch in materielle und immaterielle Faktoren eingeteilt werden. Außerdem können Maßnahmen zur Mitarbeitermotivation auch nach dem betreffenden Umfeld eingeordnet werden:

  • Materielles Umfeld (Arbeitsbedingungen und –zeiten, Gehalt)
  • Psychisches Umfeld (Führungsstil, Teamgefühl, Spaßfaktor)
  • Privates Umfeld (Work-Life-Balance)

Im Folgenden finden Sie Erläuterungen für einzelne umfeldbezogene Ideen zur Mitarbeitermotivation.

  1. Angemessene Vergütung

    Ein Teil der Wertschätzung ist auch die Vergütung. Viele Arbeitnehmer geben an, dass das Gehalt nicht der wichtigste Faktor bei der Mitarbeitermotivation ist, jedoch wirkt ein als zu gering angesehenes Gehalt auch demotivierend. Eine Gehaltserhöhung wirkt oft nur kurzfristig als positiver Anreiz auf die Motivation. Falls möglich, sind auch projektbezogene bzw. erfolgsbasierte Boni empfehlenswert.

  2. Corporate Benefits

    Auch Corporate Benefits wie Dienstwagen, Tankkarte, Zuschüsse für Gesundheitsangebote oder Kinderbetreuung spielen beim Aspekt Vergütung eine Rolle, können jedoch oft noch einen zusätzlichen Effekt haben.

    Solche Extras können die Mitarbeitermotivation steigern und im besten Fall auch die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen stärken. Corporate Benefits können oft den Ausschlag geben, wenn sich Bewerber zwischen zwei Stellen entscheiden können oder wenn es darum geht, wichtige Mitarbeiter zu halten.

  3. Richtige Kommunikation zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern

    Immer wieder ganz vorne bei Umfragen, was Arbeitnehmer sich wünschen, was stört oder was sie besonders schätzen, finden sich Aussagen zum Verhalten zur Kommunikation mit Führungskräften wieder. Für mehr Motivation und Zufriedenheit ist ein regelmäßiger Austausch zwischen Führungskräften und Mitarbeitern eine wichtige Grundlage.

    Das beinhaltet zum Beispiel:

    • regelmäßige Feedbackgespräche zur geleisteten Arbeit
    • Mitarbeiterumfragen
    • Möglichkeiten anonymes Feedback zu geben
    • Kritikpunkte und Vorschläge auch annehmen und Änderungen vornehmen

    Weiterhin sollten Führungskräfte jedem Mitarbeiter das Gefühl geben, dass die geäußerte Meinung gehört wird und wichtig ist. Werden Dinge angesprochen, sollten diese möglichst direkt umgesetzt werden. Gespräche sollten individuell vorbereitet und geführt werden. Mindestens zwei Gespräche pro Jahr haben sich hier als geeigneter Rhythmus etabliert.

  4. Möglichkeiten der Weiterbildung, Förderung und Entwicklung bieten

    Statt Schwächen zu kritisieren, sollten Führungskräfte lieber die Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Mitarbeiter erkennen und diese entsprechend fördern. Der moderne Arbeitsmarkt befindet sich im Wandel und viele Stellen erfordern ständig neue Fähigkeiten. Daher ist permanente Weiterbildung der Mitarbeiter unverzichtbar.

    Davon profitieren nicht nur die einzelnen Mitarbeiter, sondern auch das gesamte Unternehmen. Durch Förderung und Weiterbildung erschließen sich neue Tätigkeitsbereiche und Möglichkeiten und die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen steigern die Mitarbeitermotivation.

    Insbesondere eine individuelle Förderung der Mitarbeiter führt dazu, dass jeder genau die Tätigkeiten ausübt, die den eigenen Fähigkeiten entsprechen und steigern so die Wahrscheinlichkeit, dass bei der Arbeit auch Freude entsteht, was wiederum die Motivation steigert.

    Konkret bedeutet das:

    • Erkennen von individuellen Fähigkeiten
    • Anbieten von internen und externen Weiterbildungen
    • Anpassen der Tätigkeitsfelder entsprechend der Anforderungen und Qualifikation

    Allein die Möglichkeit, sich auch zukünftig weiterzuentwickeln, also Karrierechancen zu haben, motiviert Mitarbeiter.

  5. Lob und Anerkennung aussprechen

    Leistet ein Mitarbeiter überdurchschnittlich gute Arbeit, sollte dies auch mit Lob belohnt und anerkannt werden. Lob sollte jedoch nicht zu häufig verwendet werden, da es sonst an Bedeutung verliert. Gezielt eingesetztes Lob drückt jedoch Wertschätzung aus. Auch bei Personalgesprächen sollte kommuniziert werden, dass die Arbeit wertgeschätzt wird.

  6. Teambuilding- und Teambonding-Maßnahmen

    Ein funktionierendes Team sorgt für eine positive Grundstimmung innerhalb des Unternehmens und hat so direkten Einfluss auf die Mitarbeitermotivation. Mit Teambonding- und Teambuilding-Maßnahmen können Unternehmen direkt Einfluss nehmen und den Zusammenhalt des Teams steigern.

    Teambuilding-Maßnahmen können zum Beispiel sein:

    • Betriebsausflüge
    • Sport-Aktivitäten
    • Online-Teambuilding
    • gemeinsames Essen
    • spezielle Teambuilding-Spiele

    Starke Teams erreichen auch anspruchsvolle Ziele gemeinsam. Dieses gegenseitige Unterstützen stärkt auch die Mitarbeitermotivation, da so jeder jedem hilft. Je besser die Stimmung im Team ist, desto eher kommt auch Spaß bei der Arbeit auf und damit auch Motivation. Im besten Fall erzeugen solche Maßnahmen bei den Mitarbeitern eine emotionale Bindung zum Unternehmen.

  7. Arbeitsbedingungen

    Auch die Rahmenbedingungen der Arbeitsstelle spielen eine große Rolle für die Mitarbeitermotivation.

    Neben dem Gehalt sind hier auch Anreize wie:

    • Arbeitszeiten
    • Urlaubstage
    • Arbeitsweg
    • Räumlichkeiten
    • Ausstattung des Arbeitsplatzes
    • Pausenmöglichkeiten anzuführen.

    Eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit geben viele Arbeitnehmer als wichtigen Faktor für die Auswahl der Arbeitsstelle aus. Je flexibler die Arbeitszeiten sind, desto positiver ist die Work-Life-Balance. Arbeitgeber, die Modelle wie Homeoffice oder Gleitzeit anbieten, machen ihren Angestellten die Vereinbarkeit von Privatleben bzw. Familie und Beruf leichter. So wird ein häufiger Stressfaktor verringert und die Mitarbeitermotivation gesteigert.

Gelungene Mitarbeitermotivation bildet eine tragende Säule des Unternehmenserfolgs, denn motivierte Arbeitnehmer finden kreative Lösungen für die Herausforderungen im Arbeitsalltag. Sie bringen neue Ideen ein und übertragen ihre Arbeitsmotivation auf Kollegen und Geschäftspartner. Die Voraussetzung ist jedoch, dass Mitarbeitermotivation als Bestandteil der Unternehmenskultur anerkannt und ihr entsprechende Zeit zugestanden wird, sodass jeder Mitarbeiter aktiv und individuell motiviert werden kann.

Intrinsische Motivation: Dos & Don'ts | Infoniqa HR-Blog
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