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Veröffentlicht am:    Thema: Personal

Mitarbeiterfluktuation: Zurecht das Grauen der Personalarbeit?

Mitarbeiterfluktuation

​​​​​​​Ist der häufige Wechsel innerhalb des Mitarbeiterstammes wirklich nur negativ für ein Unternehmen? Wir beleuchten das Thema "Mitarbeiterfluktuation".

Vor einem häufigen Wechsel innerhalb des Mitarbeiterstammes graut es vielen Personalern. Doch ist sie wirklich nur negativ für ein Unternehmen oder lassen sich ihr auch positive Seiten abgewinnen? Lässt sich die Mitarbeiterfluktuation vielleicht sogar zielgerichtet steuern? Fragen über Fragen! Wir bringen Licht ins Dunkel.

Was ist die Definition von Mitarbeiterfluktuation?

Der Begriff Mitarbeiterfluktuation bezieht sich auf die Anzahl oder den prozentualen Anteil der Mitarbeiter, die ein Unternehmen innerhalb einer bestimmten Zeit verlassen und durch neue Mitarbeiter ersetzt werden müssen.

Für die Mitarbeiterfluktuation gibt es verschiedene Gründe: 

  • Das Ende des Arbeitsverhältnisses aufgrund von Pensionierung oder Berentung des Mitarbeiters
  • Restrukturierungen innerhalb der Firma
  • Tod des Arbeitnehmers
  • Eigenkündigung des Mitarbeiters

Gibt es eine gesunde Fluktuationsrate?

Die Frage, die sich vielen Unternehmen stellt: Wie viel Fluktuation ist normal und wie viel ist zu viel? Das ist nicht ganz einfach zu beantworten. Denn es ist schwierig, eine optimale Fluktuationsrate zu berechnen. Das liegt vor allem daran, dass Mitarbeiterfluktuationsraten von Branche zu Branche stark variieren können. In Bereichen, in denen es zum Beispiel jahreszeitlich bedingte Phasen gibt, in denen nicht gearbeitet werden kann, wird die Mitarbeiterfluktuation höher ausfallen als in sehr statischen Bereichen. Das gilt klassischerweise für die Bau- oder die Eventbranche.

Doch auch in anderen Bereichen ist die Fluktuationsrate sehr heterogen. Das belegt eine im dritten Quartal 2018 unter Führungskräften in Österreich durchgeführte Umfrage des Statistikportals Statista. 22 Prozent der Befragten gaben an, dass Fluktuation verstärkt im Vertrieb auftrete. Am wenigsten genannt wurden die Bereiche Marketing und Assistenz mit je 5 Prozent. Das zeigt: Es ist schwer zu sagen, was eine gesunde Fluktuation ist - sie hängt von einem Unternehmen und seiner spezifischen Situation ab. Die Mitarbeiterfluktuation sollte daher immer kontextbezogen bewertet werden.

Warum ist eine hohe Fluktuation ein schlechtes Zeichen?

Weil die Mitarbeiterfluktuation allerdings mit hohen Kosten einhergeht, wenn für den scheidenden Mitarbeiter ein Ersatz gesucht und eingearbeitet werden muss, wird ein steigender Fluktuationswert in der Regel kritisch erachtet.

Wesentliche Kostentreiber sind:

  • Kostenpflichtige Stellenausschreibungen
  • Durchführung von Interviews, Assessment Centern und Einstellungsgesprächen
  • Kosten für das Onboarding
  • Eingeschränkte Produktivität des neuen Mitarbeiters in der Anfangsphase
  • Zeitaufwändige Einarbeitung, die die Ressourcen der bestehenden Belegschaft verringert

Mitarbeiterfluktuation: Positive und negative Seiten

Allerdings ist diese Betrachtungsweise nur die eine Seite der Medaille. Unter Umständen kann eine gewisse Mitarbeiterfluktuation auch ihre positiven Seiten haben: Dann etwa, wenn sie dazu führt, dass Low-Performer gegen High-Performer ausgetauscht werden.

Das bietet die Chance, frei gewordene Positionen mit Personen zu besetzen, die zur mittel- bis langfristigen Unternehmensstrategie besser passen. Bedenken Sie: Wechsel im Personal haben oft eine erneuernde Wirkung innerhalb eines Unternehmens. Neuzugänge kommen mit einem unverstellten Blick in den Betrieb und oft mit innovativen Ideen. Das kann durchaus bereichernd sein.

Dauerhaft hohe Fluktuationsrate

Kritisch wird es aber an dem Punkt, an dem die Fluktuationsrate dauerhaft zu hoch ist und das verbleibende Personal darunter leidet, weil es beispielsweise durchgängig Mehrarbeit leisten muss. Dann sinkt früher oder später die Motivation und ein Teufelskreis nimmt seinen Lauf: Die Fluktuationsrate steigt weiter, weil die Bindung der verbleibenden Arbeitnehmer wegen des gestiegenen Drucks abnimmt. Eine solche Abwärtsspirale kann für Betriebe existenzgefährdend sein.

Besonders kritisch ist das für Unternehmen, die sich in ausgedünnten Arbeitsmarktbereichen bewegen, in denen der Fachkräftemangel bereits Spuren hinterlassen hat. Hier ist es besonders schwer, Stellen in angemessener Zeit wieder zu besetzen.

Die Mitarbeiterfluktuation gezielt steuern

Arbeitgeber sollten daher versuchen, ihre Mitarbeiterfluktuation gezielt zu steuern. Dafür gibt es verschiedene Maßnahmenpakete, die sich schnüren lassen. Der entscheidende Faktor, um Mitarbeiter in einem Unternehmen zu halten, ist das Invest in die Mitarbeiterbindung.

Wie das geht? Indem Betriebe Bedingungen schaffen, mit denen sich die eigenen Mitarbeiter wohlfühlen. Ausschlaggebend dafür sind Aspekte wie ein angemessenes Gehalt, flexible Arbeitszeiten, gute Karrieremodelle, Home-Office und dergleichen. Wichtig dabei ist, die Mitarbeiter zu fragen, was sie von einem optimalen Arbeitsplatz erwarten, und daraus Maßnahmen abzuleiten. Je genauer diese zu den Bedürfnissen der Mitarbeiter passen, umso höher ist auch die Zufriedenheit und Loyalität.

Weiterbildungsangebote schaffen

Vielen Arbeitnehmern sind in Zeiten des lebenslangen Lernens außerdem gute Weiterbildungsangebote wichtig. Hierbei unterstützt ein Tool für das Seminarmanagement. Dank leicht zugänglicher Kurse steigern Sie nicht nur die Qualifikationen Ihrer Belegschaft, sondern demonstrieren auch Wertschätzung.

Das A und O, um einer zu hohen Mitarbeiterfluktuation vorzubeugen, ist außerdem eine optimale Nachfolgeplanung. Auch dafür gibt es performante Software-Lösungen. Wer so im Blick behält, wann ein Arbeitnehmer zum Beispiel wegen Mutterschaft oder Rente ausscheidet, kann frühzeitig nach einem Vertreter oder Nachfolger suchen bzw. innerhalb des Unternehmens Perspektiven bieten, die einer Fluktuation gegenwirken. So gelingt eine nahtlose Übergabe der Aufgaben – und Frust in der Mitarbeiterschaft wegen anfallender Mehrarbeit entsteht erst gar nicht.

Zufriedenheitswerte analysieren

Des Weiteren ist es wichtig, die eigenen Mitarbeiter im Blick zu behalten und ihre Zufriedenheitswerte zu analysieren. Auf diese Weise erfährt man, ob sie sich noch an den Arbeitgeber gebunden fühlen oder schon auf dem Sprung zum nächsten Job sind. Regelmäßige Umfragen in der Mitarbeiterschaft helfen dabei, wichtige Verbesserungsvorschläge für die Unternehmenskultur einzuholen. Diese sollten dann natürlich auch umgesetzt werden.

Noch einfacher geht’s mit einem digitalen Ideenmanagement. Mit diesem können Arbeitgeber im Handumdrehen das betriebliche Vorschlagswesen und Verbesserungsprozesse optimieren oder neue Ideen für bestimmte Ziele generieren. Mitarbeiter wiederum können jederzeit ihre Ideen einbringen, was Ihnen das Gefühl verschafft, gehört zu werden und sich sinnvoll einbringen zu können.

Auch das ist vielen Arbeitnehmern ungemein wichtig: Fast jeder Zweite legt Wert auf eine offene Kommunikationskultur, wie die Studie Recruiting Trends 2019 der Universität Bamberg belegt. Doch nur bei vier von zehn Mitarbeitern ist diese ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur. Daher: Senken Sie durch zufriedene Mitarbeiter die Fluktuation – und erhöhen gleichzeitig die Produktivität. Praktischer geht’s nicht!

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