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Veröffentlicht am:    Thema: Trends & HR-Markt

Die Marke Mensch: Erfolgreicher vom Ich zur Personen-Marke dank Personal Branding

Wieso es ratsam ist, eine eigene und sichtbare Marke im Netz aufzubauen und was diese Marke Mensch ist

Wie wichtig es ist, seine eigene Marke aufzubauen, zeigt sich eigentlich jeden Tag, aber ganz besonders im Netz. Markenbildung beschränkt sich längst nicht mehr nur auf Produkte, Dienstleistungen oder Unternehmen. Im Zeitalter digitaler Medien kann sich jeder Mensch als Marke positionieren und muss dies auch tun.

„Wer heute etwas auf sich hält betreibt Personal Branding“ schrieb unlängst die Süddeutsche Zeitung in einem Artikel. Zahlreiche andere Publikationen sind in den letzten Monaten zu diesem Thema erschienen. Aber wieso ist diese „Personenmarke“ so wichtig und wie kann sie uns helfen, damit auch wir ein klares und eindeutiges Bild von uns zeigen können?

So wie jedes Unternehmen eine klare, eindeutige Marke am Markt positionieren möchte, so muss heute jeder einzelne von uns seinen Markenkern definieren und ihn auch zum Ausdruck bringen. Personal Branding ermöglicht heute jeder und jedem – vom Handwerker über den Angestellten, vom Mitarbeiter über den Manager bis zur Unternehmerin –, ein positives Image aufzubauen und sich selbst bestmöglich in der Arbeitswelt, aber auch in unserer Gesellschaft prinzipiell zu vermarkten.

Doch eben dieses Vermarkten lässt viele Kritiker hellhörig werden. Nicht ganz zu Unrecht beklagen sie, dass in unserer konsumorientierten Gesellschaft in erster Linie die Produkte und Dienstleistungen vermarktet werden. Somit sei Personal Branding nur ein weiterer Beweis dafür, dass Menschen in unserer Leistungsgesellschaft bloß noch unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten bewertet werden.

Für viele ist der Begriff „Selbstvermarktung“ negativ, da er nahelegt, dass hier ein Mensch zum Produkt degradiert wird. Stimmt das? Oder ist Personal Branding nicht eher eine Chance, die eigene Karriere zu beflügeln? In einer Welt, in der alles vergleichbar wird und jeder zu jedem Thema eine „kritische“ Meinung äußern kann, ist es da nicht viel mehr die Pflicht eines jeden, sich bestmöglich zu präsentieren, den Mitmenschen seine höchsteigenen USPs offen zu legen und sich – ja, dann eben damit einhergehend – zu vermarkten?

Glauben ist gut – Vertrauen besser

Ein kleines Beispiel aus dem Alltag: Stelle dir vor, du bist auf der Suche nach einem Lokal für eine kleine Familienfeier oder das romantische Dinner mit deinem Partner. Natürlich suchst du auf Google nach einem entsprechenden Lokal in deiner Nähe. Zwei Restaurants erscheinen bei deiner Suche und du betrachtest beide. Nummer eins bietet eine nicht besonders einladende Website mit sehr viel Text. Bilder gibt es nicht und auch sonst keine Aussagen, mit denen du dir einen persönlichen Eindruck verschaffen kannst. Auf der zweiten Website springt dir direkt ein sympathisches Gruppenfoto vom Team und zudem ansprechende Bilder von den Räumlichkeiten ins Auge.

Der Text enthält neben den nötigen Kontaktangaben auch Beurteilungen und Kommentare von zufriedenen Gästen.

Eine kurze Reflexion:

Du kannst objektiv nicht beurteilen, welche der beiden Restaurants besseres Essen bietet. Vermutlich wird deine Wahl aber auf Nummer zwei fallen, da die Internetpräsenz dein Vertrauen geweckt und das Gefühl vermittelt hat, in guten Händen zu sein. Personal Branding erreicht im Idealfall genau dasselbe: Es sorgt für Vertrauen – in dich als Person und in deine Fähigkeiten.

Der schöne Schein allein reicht nicht

Wer erfolgreich sein will, sollte die Möglichkeiten zur digitalen Selbstdarstellung für sich nutzen. Mittlerweile ist es an der Tagesordnung, nicht nur das Restaurant, sondern auch den Friseur, den Handwerker, den Blumenladen, ja, mitunter sogar den Mann oder die Frau fürs Leben anhand der digitalen Selbstdarstellung auszuwählen. Wer hier schummelt, wird meist schnell entlarvt. Der schöne Schein reicht nicht. Personal Branding taugt nicht zum Täuschen. Es geht vielmehr darum, die ganz individuellen Eigenschaften, Fähigkeiten und die Persönlichkeit eines Menschen herauszustellen und deutlich zu machen.

Wichtig ist: Personal Branding hat nichts mit Produktmarketing zu tun. Für ein Produkt gilt es, eine Identität zu entwickeln, die Konsumenten zum Kauf animiert. Ein Mensch kann und soll seine Identität nicht neu entwerfen – sondern sich vielmehr der eigenen Stärken bewusst werden, um diese optimal hervorheben zu können. Hier geht es nicht um den schönen Schein – Authentizität ist der Schlüssel, um überhaupt positiv wirken zu können. Das bekommen spätestens Blogger und Influencer zu spüren, die die eigene Persönlichkeit auf den Massengeschmack zugeschnitten und sich angepasst haben. Irgendwann brökelt die Maske aus Selbstkontrolle und die Follower verzeihen die „Lüge“ nicht. Anders geht es denen, die ihren Wert, ihre Talente, die Besonderheiten ihrer Persönlichkeit erkannt haben und diese einfach nur klar, echt und unmissverständlich dargestellt haben.

Warum Menschen Marken machen – und nicht Unternehmen oder Produkte

Dass speziell im Bereich Social Media eher Menschen als Unternehmen gefolgt wird, bestätigt eindeutig den Trend zur „Marke Mensch“. Deren Stärke liegt in der Regel in einer klaren Botschaft oder Vision, einem individuellen Stil und einem authentischen Auftreten, mit dem die Menschen sich leicht identifizieren können.

Genaugenommen ist dies bereits Teil eines weiteren Trends im Marketing: dem Neuromarketing.

Der Bereich Neuromarketing untersucht, welche Prozesse den Menschen zu Kaufentscheidungen beeinflussen und genau diese Entscheidungen sind es auch, welche uns das zweite Restaurant auswählen lassen.

Je mehr Vertrauen wir haben, je mehr das Bauchgefühl uns zu dieser Entscheidung rät, desto schneller entscheiden wir uns für die Version, bei der wir uns möglichst ab dem ersten Moment wohler, besser, sicherer fühlen. Wenn uns die Marke Mensch ein gutes Gefühl vermittelt, dann sind wir sehr schnell bereit, uns dieser Person anzuvertrauen und ihr zu „folgen“. Zu den Gewinnern werden die Personen und Unternehmen gehören, die es schaffen, eine starke soziale mediale Reichweite und eine hervorragende Digitale Visitenkarte zu haben.

Genau nach diesen Gesichtspunkten sollten sich Arbeitnehmer, aber auch Arbeitgeber positionieren.

Nur, wer seine eigenen individuellen Stärken in den Vordergrund stellt und damit seinen eigenen USP (Alleinstellungsmerkmal) deutlich macht, wird am Arbeitsmarkt und in der Berufswelt bestehen. Andersherum müssen Unternehmen Wege finden, ihre Vorteile am Arbeitsmarkt unmissverständlich greifbar zu machen. Identifikation ist das Zauberwort, das die nächsten Jahre in der Mitarbeiterbindung einen bisher ungeahnten Stellenwert einnehmen wird.

Eines steht fest: Mit Personal Branding lassen sich individuelle Vorzüge ganz einfach, nachhaltig und sympathisch kommunizieren. Das hilft bei der Vernetzung mit anderen interessanten Menschen, erhöht die Arbeitnehmerattraktivität und stellt nicht zuletzt die eigene digitale Kompetenz unter Beweis.

Also: Auf was warten wir noch?

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