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Veröffentlicht am:    Thema: Personal

Betriebliche Altersvorsorge: So profitieren Ihre Mitarbeiter

Betriebliche Altersvorsorge Tipps | Infoniqa HR-Blog

Betriebliche Altersvorsorge ist für Arbeitnehmer längst kein Nice-to-have mehr. Aber worauf müssen Unternehmen achten, damit Belegschaft und Arbeitgeber maximal profitieren? Unsere Experten verraten es.

Eine Betriebliche Altersvorsorge spielt für viele Arbeitnehmer immer öfter eine wichtige Rolle, wenn ein Jobwechsel ansteht. Wer als Arbeitgeber seinen Mitarbeitern eine betriebliche Altersvorsorge anbietet, tut daher etwas für seine Angestellten und gleichzeitig für die Attraktivität des Unternehmens auf dem Arbeitsmarkt. Wir erklären, was die betriebliche Altersvorsorge genau ist, wie es im Unternehmen umgesetzt werden kann und wie die gesetzlichen Pflichten und Vorgaben lauten.

Inhalt:

  1. Die bAV erklärt: So funktioniert die betriebliche Rentenversicherung
  2. Was hat der Arbeitgeber von einer betrieblichen Altersvorsorge?
  3. So kann die Betriebliche Altersvorsorge gestaltet werden
  4. Was für Pflichten entstehen für Arbeitgeber und Rechte für Arbeitnehmer?
  5. Betriebliche Altersvorsorge und die Steuer: Darauf müssen Arbeitgeber achten
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Die bAV erklärt: So funktioniert die betriebliche Rentenversicherung

Eine betriebliche Altersvorsorge wird auch "bAV" oder "Betriebsrente" genannt und soll Arbeitnehmern im Alter als zusätzliche Rente dienen. Dafür unterstützt der Arbeitgeber seine Angestellten und übernimmt die Beiträge für die Altersvorsorge komplett oder teilweise.

Während solche Modelle früher noch eine freiwillige Zusatzleistung waren, haben Arbeitnehmer heute einen gesetzlichen Anspruch darauf, zumindest in Form der Entgeltumwandlung, bei der ein Teil des Lohns umgewandelt wird und somit Steuern gespart werden können. Zusätzlich bietet der Staat verschiedene Formen der Unterstützung für die betriebliche Altersvorsorge an, wie zum Beispiel die Riester-Förderung.

Die betriebliche Altersvorsorge ist ein wichtiges Instrument, um Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden und bei Bewerbern zu punkten. Neben der Tätigkeit an sich, dem Gehalt und verschiedenen Corporate Benefits ist eine betriebliche Altersvorsorge für viele Menschen ein wichtiges Kriterium für oder gegen eine Arbeitsstelle. Der Faktor Sicherheit steht ganz weit oben auf der Wunschliste und gerade eine Absicherung im Alter spielt hier eine große Rolle. Durch eine attraktive betriebliche Altersvorsorge stellen sich Arbeitgeber nach innen und außen positiv dar und beweisen, wie wichtig die Mitarbeiter für das Unternehmen sind. 

Die betriebliche Altersvorsorge kann vom Unternehmen steuerlich geltend gemacht werden. Die Form der Brutto-Entgeltumwandlung ist außerdem von Sozialabgaben befreit.

Ihre Vorteile als Arbeitgeber: 

  • Mitarbeiter werden stärker ans Unternehmen gebunden
  • Positive Außenwirkung auch für Bewerber
  • Zeigt Wertschätzung
  • Steuerliche Vorteile für Arbeitgeber
  • Sozialer Aspekt: Unterstützung der Arbeitnehmer bei der Altersvorsorge

Als Unternehmen sollten Sie auf die Wünsche Ihrer Angestellten eingehen und die betriebliche Altersvorsorge möglichst so gestalten, wie sich die Mehrzahl es wünscht. Dazu können Sie in persönlichen Gesprächen oder in einer Mitarbeiterbefragung die verschiedenen Meinungen einholen. Ein großer Vorteil der betrieblichen Altersvorsorge für Arbeitnehmer ist, dass der Arbeitgeber die Formalitäten übernimmt und sich um alle Aspekte der Durchführung kümmert. Sie können verschiedene Durchführungswege für die betriebliche Altersvorsorge wählen und anbieten:

Pensionskasse

In dieser Form zahlen Arbeitgeber die Beiträge an spezielle Lebensversicherungen. Zusätzlich können sich Arbeitnehmer per Entgeltumwandlung direkt beteiligen. Die Beiträge in der Pensionskasse sind unabhängig vom Unternehmen und somit sogar bei einer Insolvenz des Arbeitgebers sicher.

Pensionsfonds

Bei Pensionsfonds werden die Beiträge an selbstständige Einrichtungen gezahlt, die die Beiträge der betrieblichen Altersvorsorge frei investieren und somit in der Regel mit höheren Renditen locken können. Dadurch ist das Risiko tendenziell etwas höher, jedoch sorgt auch hier die BaFin für Kontrolle.

Pensionszusage bzw. Direktzusage

Diese Variante der betrieblichen Altersvorsorge bezeichnet die Verpflichtung des Unternehmens, Mitarbeitern eine Betriebsrente aus dem Betriebsvermögen zu zahlen. Das Unternehmen legt dafür Pensionsrückstellungen an. Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen, haben jedoch keinen Anspruch, die Altersvorsorge weiter zu besparen.

Direktversicherung

Hier schließt der Arbeitgeber für seine Angestellten eine Renten- oder Lebensversicherung ab. Die Beiträge können komplett oder teilweise vom Unternehmen gezahlt werden. Da der Verwaltungsaufwand hier relativ überschaubar ist, bietet sich diese Form gerade für kleinere Unternehmen an.

Unterstützungskasse

Eine oder mehrere Firmen zahlen Beiträge in die Unterstützungskasse ein, welche diese anlegt, um so später Betriebsrenten zu finanzieren. Der Arbeitnehmer hat keine Ansprüche gegenüber der Unterstützungskasse, sondern nur gegenüber dem Arbeitgeber.

Für welche Form der betrieblichen Altersvorsorge sich Unternehmen entscheiden, liegt in ihrem eigenen Ermessen. Jede Form hat eigene Vorteile und die Entscheidung sollte möglichst langfristig getroffen werden.
Als Faustregel gilt, dass sich der Arbeitgeber mit mindestens 20 Prozent am Beitrag des Arbeitnehmers zur betrieblichen Altersvorsorge beteiligt, damit sich dies für die Angestellten unabhängig vom Bruttogehalt lohnt.

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Als Arbeitgeber sind Sie Vertragspartner für den Anbieter der Betriebsrente, wählen die Anlageform aus und sind außerdem erster Ansprechpartner für alle Mitarbeiter beim Thema betriebliche Altersvorsorge. Außerdem haben Arbeitnehmer seit 2002 einen Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge. Dies heißt aber ausdrücklich nicht, dass der Arbeitgeber sich auch finanziell an einer Betriebsrente beteiligen muss, egal in welcher Form. 

Als Arbeitgeber sind Sie verpflichtet, die Brutto-Entgeltumwandlung anzubieten und somit einen Teil der eingesparten Sozialversicherungsbeiträge in die Betriebsrente einzuzahlen. Darüber hinaus können sich Unternehmen freiwillig an der Finanzierung der betrieblichen Altersvorsorge der Angestellten beteiligen.

Sollte der Arbeitgeber keine Form der betrieblichen Altersvorsorge anbieten, dann kann ein Mitarbeiter Anspruch darauf erheben, dass eine Direktversicherung abgeschlossen wird. Den Anbieter der Betriebsrente darf der Arbeitgeber selbst bestimmen, hier hat der Arbeitnehmer kein Recht auf Mitsprache.

Seit 2019 gilt für Neuverträge, dass der Arbeitgeber sich mit mindestens 15 Prozent des Arbeitnehmervertrags beteiligt. Dieser Prozentsatz entspricht der Summe, welche der Arbeitgeber durch die geringeren Lohnnebenkosten steuerlich einspart.

Leistungen der betrieblichen Altersversorgung sind grundsätzlich für den Arbeitnehmer steuerpflichtig. Die Beiträge während der Einzahlphase sind steuerfrei, dies wird jedoch bei der späteren Auszahlung nachgeholt. Für den Arbeitnehmer ist dies in der Regel jedoch dennoch lohnenswert, da im Alter die Einkommenssituation zu einer günstigeren Steuersituation führt. Als Arbeitgeber sollten diese Informationen den Angestellten möglichst verständlich in Form von Info-Veranstaltungen oder bAV-Broschüren zugänglich gemacht werden.

Der Höchstbetrag für Beiträge für die betriebliche Altersvorsorge durch den Arbeitgeber an Pensionskassen, Direktversicherungen oder Pensionsfonds liegt aktuell bei acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (§ 3 Nr. 63 Satz 1 EStG). Für 2021 bedeutet dies einen steuerfreien Höchstbetrag von 6816 Euro pro Jahr. Dieser Betrag ist für alle Angestellten gültig, von geringfügig Beschäftigten bis zu Geschäftsführern. 

Diese Acht-Prozent-Grenze gilt auch für den Pflichtteil in Höhe von 15 Prozent Zuschuss auf die Entgeltumwandlung durch den Arbeitgeber. Diese Pauschalzahlung soll den Vorteil des Arbeitgebers durch die gesparten Sozialversicherungsbeiträge ausgleichen und dem Arbeitnehmer zugutekommen. 

Der Mindestbetrag für eine Förderung der betrieblichen Altersvorsorge liegt derzeit bei mindestens 72 Euro, was 30 Prozent von 240 entspricht und als Anreiz auch für Geringverdiener dienen soll, die trotz niedrigem Bruttogehalt sparen wollen.

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